AUS DEM ARCHIV
Andere Werkzeuge.
Derselbe Eigensinn.
Digitale Räume, persönliche Aufnahmen und eigene Worte erweitern den Blick auf Michael Plötz. Diese Auswahl bewahrt Spuren seines historischen Internetateliers und öffnet Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen seines Werks.
01 · DIGITALE ARBEITEN
Räume aus dem Rechner.
Kugeln, schwebende Formen, künstliches Licht und ein Horizont ohne festen Ort. In seinen Computergrafiken setzte Michael Plötz die Erkundung imaginärer Räume mit digitalen Mitteln fort.
Weiten ohne Gewissheit
Landschaften zwischen Horizont, Schweben und unmöglichem Maßstab.
Insel im Ungefähren
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Eine Insel gibt dem Blick Halt, doch um sie herum beginnt alles zu schweben. Wasser, Kugeln und schmale Stege bilden einen Raum ohne verlässlichen Maßstab. Hier begegnet die räumliche Erfindung seiner Malerei den Möglichkeiten des Computers.
Das Gewicht der Glut
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Eine dunkle Kugel erhebt sich über scharfkantigem Gelände. Ihr rissiges Leuchten steht gegen die kühle Weite des Himmels. Was wie eine ferne Welt erscheint, gewinnt durch den Gegensatz von Oberfläche und Licht eine beinahe körperliche Nähe.
Vier stille Umlaufbahnen
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Vier Kugeln halten Abstand voneinander und scheinen doch einem gemeinsamen Rhythmus zu folgen. Die helle Horizontlinie teilt das Bild in Tiefe und Spiegelung. Eine einfache Wiederholung genügt, um zwischen Ruhe und Erwartung einen eigenen Klang entstehen zu lassen.
Ein Durchgang ohne Wand
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Der Ring öffnet einen Durchblick, obwohl er nichts zu verschließen scheint. Hinter ihm falten sich graue Flächen zu einer Landschaft, die sich keiner vertrauten Perspektive fügt. Die Öffnung wird zur Frage danach, was vor und was hinter dem Bild liegt.
Saat einer anderen Welt
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Eine menschliche Gestalt liegt am vorderen Bildrand, während sich dahinter ein goldgelbes, geripptes Gebilde erhebt. Der Körper gibt der künstlichen Landschaft einen Maßstab, den das übergroße Samenkorn sofort wieder verschiebt. Beobachtung und Erfindung begegnen sich in einem Raum, der wie ein Tagtraum wirkt.
Ein Gegenüber aus Licht
Körper, Spiegelungen und die Frage nach Nähe.
Nähe aus durchsichtigem Stoff
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Eine gläserne Hülle umschließt zwei Gestalten in einer weiten blauen Umgebung. Zwischen durchsichtigem Gefäß und körperlicher Präsenz entsteht ein stilles Gegenüber. Wie in Michaels gemalten Räumen bleibt offen, welche Welt die Figuren bewohnen und wo ihre Grenze verläuft.
Das Gegenüber im Gold
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Goldene Figuren und dunkle Doppel erscheinen auf einer spiegelnden Fläche. Nähe entsteht hier weniger durch eine Geste als durch Wiederholung und Abstand. Der virtuelle Raum macht aus der Figur ein wechselndes Verhältnis zwischen Körper, Licht und Spiegelbild.
Farbe, die sich verwandelt
Organische Bewegungen treffen auf die Sprache digitaler Konstruktion.
Das Gedächtnis der Materie
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Rostfarbene Flächen umgeben eine Reihe leuchtender Kugeln. Schräge Ebenen, Risse und Schatten lassen das Digitale wie gealtertes Material erscheinen. Die Konstruktion bleibt sichtbar, aber ihre Oberfläche erzählt bereits von einer Zeit, die dieser Raum nie erlebt hat.
Resonanz im Dunkeln
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Rote Bahnen laufen durch den dunklen Raum und enden in kleinen gelben Lichtern. Feine Linien halten die weichen Bewegungen in Spannung. Das Bild lässt an einen Impuls denken, der sich fortsetzt, verzweigt und an seinen Rändern zu leuchten beginnt.
Wo die Farbe Wurzeln schlägt
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Grün verzweigt sich zwischen roten und violetten Zentren. Spitzen und Rundungen wechseln so dicht aufeinander, dass Fläche und organische Form kaum zu trennen sind. Das Wachstum, das in vielen gemalten Bildwelten anklingt, wird hier zu einem digitalen Farbgeflecht.
Die geheime Schrift des Grünen
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Dunkle Zeichen schieben sich durch ein leuchtendes grünes Gefüge. Manche wirken wie kleine Bauteile, andere wie bewegliche Organismen. Zwischen ihnen bleibt der Blick unterwegs: ein dichtes Feld, in dem Ordnung und Verwandlung dieselbe Sprache zu sprechen scheinen.
Eine Maschine zum Träumen
Computergrafik · redaktioneller Titel · undatiert
Blaue und violette Bahnen verschlingen sich in einem roten Feld. Die Form erinnert an einen Schaltkreis und entzieht sich zugleich jeder technischen Funktion. Ein Werkzeug des Rechnens wird zum Mittel einer Bildwelt, die ihrer eigenen Logik folgt.
Die poetischen Titel und Bildbetrachtungen sind heutige redaktionelle Benennungen, keine überlieferten Werktitel oder Künstlerzitate.
02 · PERSÖNLICHE AUFNAHMEN
Michael und Daniel.
Zwei Aufnahmen zeigen Michael Plötz gemeinsam mit seinem Sohn Daniel. Sie erzählen von einem persönlichen Zusammenhang außerhalb der eigenständigen fotografischen Arbeiten.
Fotograf und genaue Datierung sind nicht überliefert.
03 · WORTE
Den eigenen Weg
gehen.
„Gebt mir die Chance
M.P. · Aus einem undatierten Gedicht
ich selbst zu sein“
Der Wunsch nach Eigenständigkeit bekommt hier eine sprachliche Form. Das Gedicht ist mit den Initialen M.P. signiert, die Michael auch für seinen Namen verwendete.

SELBSTVERSTÄNDNIS
Zur Bildsprache ↗“I am free to do what I want to do.”
Michael Plötz

